Wie alles begann…

Hallo ihr Lieben,

dies wird nun mein erster richtiger Blogeintrag, also abgesehen von meiner Vorstellung… Irgendwie bin ich etwas nervös, da ich noch gar nicht so richtig weiß, wie ich anfangen sollte. Aber ich denke, mit dem guten alten Wie alles begann liege ich gar nicht so falsch, oder?

Also, wir schreiben das Jahr 1993, ne Stopp, das ist das Jahr meiner Geburt. Das wäre doch etwas zu weit ausgeholt. Ich spule einfach mal vor, sodass wir uns im Jahr 2006 befinden.

Zu diesem Zeitpunkt spielte ich aktiv Volleyball und das auch noch in einem richtigen Leistungsstützpunkt. Der Sport machte mir sehr viel Spaß, ich ging richtig auf und genoss die Zeit, die ich mit meinen Teamkolleginnen und gleichzeitig Freunden verbringen konnte. Wie jeder Sport bringt auch Volleyball öfters mal Verletzungen mit sich, sodass ich schon damals mit meinen 12 Jahren regelmäßige Orthopädie-Besuche über mich ergehen lassen musste. So auch im Spätsommer 2006. Ich hatte mir eine Hüftverletzung zugezogen, schmerzhaft, aber das war ich ja nun durch den Sport gewöhnt. Also alles halb so wild. Ihr müsst wissen, dass ich eine sehr besorgte Mama habe. Bei ihr schrillen immer gleich alle Alarmglocken, sodass ich schon damals, manchmal, überlegt habe, was ich ihr sage, gesundheitlich, und was nicht. So auch diesmal, denn die Schmerzen in meiner Hüfte waren nicht das Einzige, was mich gestört hat. Seit einigen Tagen, wenn nicht sogar schone knapp zwei Wochen nervte mich mein rechtes Bein. Es fühlte sich komisch schwer und taub an. Ich schob es damals auf die Hüftverletzung, denn durch diese hätte ich mir ja auch einen Nerv einklemmen können. (Nicht wundern, ich hatte schon damals ein gewisses medizinisches Verständnis, da ich ständig bei Ärzten war (wegen des Sports).)
So kam es, dass ich erst dem Arzt sagte, dass ich ein merkwürdiges Gefühl in meinem Bein hätte. Er machte daraufhin ein paar Untersuchungen, schaute sich alles genau an und kam zu dem Schluss, dass es kein eingeklemmter oder gereizter Nerv sein konnte. Da die Frau des Orthopäden eine Neurologin ist und auch noch im selben Ärztehaus arbeitete, überwies er mich sofort zu ihr. Also raus aus der Orthopädie und rein in die Neurologie. So, da war ich nun. Meine Mama neben mir war schon total aufgelöst und ein wenig angesäuert, da ich ihr nichts erzählt hatte. Nach einiger Warterei durften wir zur Neurologin ins Sprechzimmer. Dort sollte ich einige Übungen machen, sie schaute, probierte und kam zu einem, nein zu drei Schlüssen. Welche das waren, sollte ich erst viele Jahre später erfahren, denn unglücklicherweise musste ich dringend zur Toilette. Die Neurologin nutzte meine Abwesenheit, um meiner Mama ihre drei Vermutungen mitzuteilen. Ich selbst kann mich nur noch daran erinnern, dass meine Mama in Tränen aufgelöst im Sprechzimmer saß.
Ich möchte euch nicht auf die Folter spannen, hier kommen die drei Szenarien, in der richtigen Reihenfolge, die meiner Mama unterbreitet wurden:

            1. Hirntumor
            2. ADEM
            3. Multiple Sklerose

So…, eine Mutter, die mit ihrer Tochter eigentlich nur einen weiteren Orthopädie-Besuch abarbeiten musste, ist nun auf dem Weg ins Krankenhaus. Sie weiß nicht mehr, wie sie dorthin gekommen ist, wie sie es geschafft hat, Auto zu fahren, ohne einen Unfall zu bauen.

So, ich denke, das reicht für heute. Morgen erzähle ich dann weiter. Irgendwie ist es recht anstrengend, sich mit solchen Erinnerungen noch einmal bewusst auseinander zu setzen.

Wie geht es euch mit so etwas? Fällt es euch relativ leicht, euch noch einmal mit etwas Einschneidendem auseinander zu setzen, nehmt ihr es direkt als Chance, Erlebtes zu verarbeiten oder müsst ihr euch dazu überwinden und verdrängt lieber unangenehme Erlebnisse?

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